Marketing im Agribusiness

Dieses Modul ist keine Pflichtveranstaltung. Sie bestand aus einer Vorlesung und einem Seminar pro Woche. Die Vorlesung fand ich sehr interessant. Neben manchen Dingen, die man schon teilweise kannte, wurden auch Themen behandelt, von denen ich nicht mal richtig wusste, dass sie zum Marketing gehören. Da die Vorlesung von dem gleichen Professor wie die Vorlesung Agrarmanagement gehalten wurde, gab es auch hier zwei Vorlesungen eines Gastdozenten. Herr Dr. Lange von der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH hat über Produktpolitik mit Marken, Herkunftszeichen und Gütesiegel, sowie über Erzeugergemeinschaften und Direktvermarktung berichtet.

Ausserdem sehr interessant fand ich das Seminar zu der Vorlesung. In dem Seminar hat sich in diesem Sommersemester alles aussliesslich um Direktvermarktung gedreht. Das Ziel war es eine Umfrage über Direktvermarktung zu machen und die Ergebnisse in einem Bericht darzustellen. Dazu haben wir zunächst besprochen, welche Arten der Befragung (sog. Interviews) es gibt und wie man diese Befragungen durchführt. Gemeinsam haben wir uns Fragen ausgedacht und uns überlegt, wer alles an der Befragung teilnehmen soll. Wir haben unsere Stichprobe nach folgenden Kriterien ausgesucht:

  • Geschlecht: 70% Frauen, 30% Männer
  • Alter: 30% zw. 18-35 Jahren, 40 % zw. 36-60, 30% älter als 60

Insgesamt haben wir 196 Personen befragt. Unseren Fragebogen, die Ergebnisse, sowie meinen Bericht findet man nachstehend als pdf-Datei. Für den Bericht habe ich allerdings nur eine 2,7 bekommen, aber ich denke man bekommt dennoch einen Eindruck, wie so ein Bericht ungefähr aussehen soll.

Übersicht

Im zweiten Semester haben wir 6 Vorlesungen gehabt:

  • Mathematik
  • Biologie der Nutztiere
  • Biologie der Nutzpflanzen
  • Einführung in die Pflanzenproduktion
  • Einführung in die Nutztierwissenschaften
  • Einführung in die Agrarpolitik und die Märkte der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Mathematik

In Mathe haben wir als erstes mit einer Wiederholung der Mengenlehre und Aussagenlogik begonnen. Danach wurden das Summen- und Produktzeichen wiederholt. Das alles wurde dann später bei dem eigentlichen Thema benötigt. Hauptthemen waren in diesem Semester lineare Optimierung und mathematische Modelle. Wir haben damit begonnen uns an einem einfachen Beispiel anzuschauen, wie ein solches Modell aussieht und wie man es aufstellt. Bevor wir die lineare Optimierung behandelt haben, wurden Vektoren und Matrizen wiederholt und das Lösen linearer Gleichungssysteme mit Hilfe des Gauß-Algorithmus und des Basisaustauschverfahrens besprochen. Das Basisaustauschverfahren war besonders bei der linearen Optimierung mit Hilfe des Simplexverfahrens wichtig. Zum Schluss haben wir in aller Kürze Funktionen behandelt. Dabei wurden vor allem Dinge besprochen, die man aus der Schule von Kurvendisskusionen kennt.

Biologie der Nutztiere

Biologie der Nutztiere kann man wahrscheinlich mit dem ersten Semester von Tiermedizinstudenten vergleichen. Am Anfang wurde alles aus der Zytologie (Zellenlehre) wiederholt. Wie eine tierische Zelle aufgebaut ist, welche Funktionen sie hat usw. Danach ging es um Gewebe (Verband aus mehreren Zellen) und anschliessend um Organe (Verband aus Gewebe). Es wurden alle Organe, ihre Lage, ihr Aufbau sowie ihre Funktionen besprochen. Ein weiteres großes Thema war die Osteologie (Knochenlehre). Es wurden alle Knochen im Skelett behandelt, wo sie sich befinden und welche spezifischen Aufgaben sie haben. Als Letztes ging es um den Aufbau von Zähnen und die unterschiedlichen Gebisse der Tiere. Bei allen Themen wurden nur die typischen landwirtschaftlichen Tiere behandelt und Unterschiede zwischen diesen untersucht.

Wir haben zu dieser Vorlesung jede Woche eine Übung gehabt. Diese bestand meist aus 5 Stationen, die man durchlaufen musste. Es ging immer um die aktuellen Themen der Vorlesung. An jeder Station gab es Fragen zu beantworten, die geholfen haben den Stoff zu verstehen und ihn sich zu merken. Ausserdem gab es viel Anschauungsmaterial, wie z.B. echte Organe von gerade geschlachteten Tieren. Das machte die Übungen immer sehr interessant und den Stoff der Vorlesung sehr anschaulich.

Biologie der Nutzpflanzen

Diese Vorlesung bestand aus mehreren Teilen, die auch von unterschiedlichen Dozenten gehalten wurden: botanische Grundlagen, Morphologie, Saatgut/Samenkunde, Inhaltsstoffe der Pflanzen, Getreide, Öl- und Faserpflanzen, Körnerleguminosen, Ackerfutterpflanzen, Energiepflanzen + Sonderkulturen und Wurzel- u. Knollenfrüchte. Botanische Grundlagen wurde sehr kurz gefasst, schliesslich gab es dafür die Vorlesung Botanik im ersten Semester. Morphologie ist die Lehre von der Struktur und Form der Organismen. In Saatgut- und Samenkunde wurden die Samen von 30 Nutzpflanzen behandelt. Wir mussten sie erkennen bzw. beschreiben können. Ausserdem haben wir zu jeder dieser 30 Pflanzen bestimmte Merkmale und Besonderheiten gelernt. Bei den Inhaltsstoffen wurde auf Stärke, Fette, Proteine und ihren Einfluss auf die Futterqualität Wert gelegt. Beim Vorlesungsteil Getreide ging es um Weizen (Saatweizen/Weichweizen), Dinkel (Spelzweizen), Durumweizen (Hartweizen), Roggen, Triticale (Bastard aus Weizen + Roggen), Gerste, Hafer, Mais, Hirsen und Reis. Zu jeder dieser Pflanzen haben wir wichtige Merkmale gelernt, wie z.B. den Klebergehalt oder die Fallzahl. Zu den Öl- und Faserpflanzen zählen z.B. Raps, Rübsen, Lein, Leindotter, Hanf, Mohn und die Sonnenblume. Es gibt noch viele andere Pflanzen, die in diese Gruppe gehören, jedoch wurden in der Vorlesung nur die wichtigsten Vertreter behandelt. Körnerleguminosen sind beispielswiese Erbsen, Bohnen und Lupinen. Kleearten und Wickenblättrige sind u.a. Vertreter der Ackerfutterpflanzen. Zu den Sonderkulturen zählen die Pflanzen, die nicht bei den anderen einzuordnen sind.

Einführung in die Pflanzenproduktion

Die Vorlesung Einführung in die Pflanzenproduktion bestand aus vier Teilen, von denen drei dieses Semester gehalten wurden: Ackerbau, Pflanzenernährung und Phytopathologie. Es ist ein großes Modul, für welches man 10 Leistungspunkte (LP) bekommt. Die Prüfung fand noch nicht am Ende des 2. Semesters statt, da die Vorlesung im nächsten Semester mit dem vierten Teil (Acker- und Pflanzenbau) weitergeht. In Ackerbau ging es z.B. um Bodenqualität, Bodenbearbeitung, Fruchtfolgen und Ähnliches. Pflanzenernährung beschäftigte sich mit den Nährstoffen, die eine Pflanze braucht und den Symptomen, die ein Mangel dieser Nährstoffe verursacht. In Phytopatholgie haben wir uns mit Pflanzenschädlingen jeder Art beschäftigt. Dazu zählen Viren, Bakterien, Pilze und tierische Schädlinge.

Einführung in die Nutztierwissenschaften

Diese Vorlesung erstreckt sich ebenfalls über zwei Semester. Geprüft wird auch hier erst am Ende des dritten Semesters. Begonnen hat die Vorlesung mit Fakten über die Entwicklungsgeschichte der Tierhaltung. Um die Tiere artgerecht zu halten muss man sich mit den Grundlagen des Tierverhaltens und der Haltungsbiologie auskennen. Zu den weiteren Vorlesungen, die zu diesem Modul gehören findet man etwas im WS 2009/2010.

Einführung in die Agrarpolitik und die Märkte der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Das Modul setzt sich, wie der Name schon sagt, aus zwei Vorlesungen zusammen. Eine Vorlesung Agrarpolitik und eine Vorlesung Märkte der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Unter Agrarpolitik kann sich sicherlich jeder etwas vorstellen. Es wurden aktuelle Themen, wie z.B. die Krise auf dem Milchmarkt und das Problem der sinkenden Erzeugerpreise aufgrund der Wirtschaftskrise besprochen. Die andere Vorlesung war im Grunde eine Fortführung und teilweise auch Wiederholung der Vorlesung Ökonomik der Agrar- und Ernährungswirtschaft aus dem ersten Semester. Die vier großen Themen waren: Landwirtschaftliche Vorleistungs- und Faktormärkte; Landwirtschaftliche Produktmärkte; Marktstruktur, Preisbildung und Wettbewerb sowie Weltmärkte für Güter der Agrar- und Ernährungswirtschaft.