Übersicht

Im ersten Semester haben wir Vorlesungen gehabt, die zuerst einmal eine Grundlage für das Studium schaffen sollten. Es gab Unterschiede in den Fächern, die die Studenten an den Schulen belegt hatten. Manche haben beispielswiese Chemie und Physik abgewählt, andere nicht. Es war also notwendig die Studenten auf ungefähr den gleichen Wissensstand zu bringen. Es gab folgende Vorlesungen:

  • Botanik
  • Chemie
  • Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen der Agarwissenschaften
  • Ökonomik des Agrar- und Ernährungssektors
  • Zoologie

Botanik

In Botanik wurden Themen besprochen, die in der Schule schon einmal in vereinfachter Form in Biologie behandelt wurden. Es ging um den Aufbau von Pflanzen und alles, was damit zu tun hat.

Als Erstes wurde wiederholt, wie eine pflanzliche Zelle aufgebaut ist, wie sie funktioniert und wie sie sich entwickelt (Differenzierung). Danach ging es um den Aufbau einer Pflanze: Sprossachse, Blatt, Wurzel. Neben wichtigen Stoffen, wie z.B. Wasser, Schwefel, Stickstoff, Phosphor usw. wurde auch deren Transport und die Verwendung innerhalb der Pflanze besprochen. Abschließend waren die Gebiete Parasitismus/Symbiose und Genetik (vor allem Mendelsche Gesetze) Thema der Vorlesungen.

Die Botanik-Vorlesung habe ich immer als sehr interessant empfunden. Der Stoff war mir durch die Schule nicht völlig unbekannt, was dazu beigetragen hat, dass ich manche Dinge besser verstanden habe. Die Prüfung am Semesterende war mündlich und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass sie leicht war, denn eher das Gegenteil war der Fall. Die Erwartungen des Professors waren sehr hoch, was sicher auch daran lag, dass der Stoff eben größtenteils "nur" Wiederholung war.

Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Vorlesung insgesamt gut gefallen hat. Vor allem auch die Praktika waren sehr hilfreich, um gewisse Dinge besser zu verstehen und sie sich einzuprägen. Die Protokolle zu den Praktika findet ihr unter Downloads.

Chemie

Die Chemie-Vorlesung war so ziemlich das Schwerste und Zeitaufwändigste, was mir im ersten Semester begegnet ist. Als wir am Anfang eine Literaturliste bekommen haben, wurde uns ein Buch besonders empfohlen: Das Basiswissen der Chemie von Charles E. Mortimer. Dieses Buch hat knapp 800 Seiten und als ich es zum ersten Mal in der Hand hatte war mein erster Gedanke: "Das kommt bestimmt nicht alles dran". Doch da habe ich mich zum größten Teil geirrt, denn bis auf wenige Kapitel der organsichen und teilweise anorganischen Chemie kam alles (mehr oder weniger ausführlich) dran. Da ich Chemie nach der 10. Klasse abgewählt hatte, fand ich es sehr schwer den Stoff zu verstehen. Ich habe fast das komplette Buch durchgearbeitet und die Übungsaufgaben darin durchgerechnet. Diese waren für das Verständnis sehr hilfreich und ich muss sagen, dass das Buch insgesamt eine große Hilfe war. Nur mit dem Material der Vorlesung hätte ich die Klausuren sicher nicht geschafft.

Die Vorlesung bestand aus mehreren Teilen. Man musste als Erstes zwei sogenannte Leistungskontrollen bestehen, die im Dezember und im Januar geschrieben wurden. Wenn man das geschafft hatte durfte man an einem 1-wöchigen Praktikum teilnehmen. Dort gab es pro Tag eine bestimmte Anzahl von Punkten von denen man insgesamt mindestens die Häfte zu Bestehen brauchte. Wenn man diese letzte Hürde geschafft hatte, durfte man an der Modulabschlussklausur teilnehmen. Diese brachte einem dann 10 Leistungspunkte und eine mehr oder weniger gute Note ein.

Ich habe einige Dateien zu der Vorlesung, die ich aus verschiedenen Gründen allerdings nicht direkt zum Download zur Verfügung stellen kann. Falls Interesse besteht könnt ihr euch bei mir melden. Über einen Gastaccount könnt ihr euch dann auf der Startseite einloggen und habt Zugriff auf die Dateien :o). Die Protokolle zu dem Praktikum findet ihr allerdings direkt unter Downloads.

Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen der Agrarwissenschaften

In Vorlesung kamen folgende Themen dran:

  • Technisches Zeichnen
  • Thermodynamik
  • Elektrotechnik
  • Festkörpermechanik
  • Messtechnik
  • Strömungslehre

Hier gibt es eigentlich nicht viel dazu zu sagen. Es war genau wie in Chemie ein Crash-Kurs. Behandelt wurden die großen Themen der Physik, und das in kürzester Zeit. Da ich auch Physik nach der 10. Klasse nicht mehr hatte, war auch hier viel Nacharbeiten nötig, und trotzdem fand ich es sehr schwer. Der Notendurchschnitt am Ende bestätigte, dass es nicht nur mir so ging.

Ökonomik des Agrar- und Ernährungssektors

Ökonomik des Agrar- und Ernährungssektors war im ersten Semester die Vorlesung, die mir am meisten gefallen hat. Vielleicht lag es daran, dass ich den Stoff zum größten Teil schon kannte. Themen, die behandelt wurden, waren Mikro- und Makroökonomik. Wir haben ein sehr ausführliches Skript bekommen und dazu passende Übungsaufgaben. Diese wurden in einem wöchentlichen Tutorium verglichen, welches von Studenten der höheren Semester gehalten wurde. Wenn man alle Aufgaben mit Hilfe des Skriptes durchgearbeitet hat, dann war die Klausur durchaus zu schaffen, denn die Aufgaben waren denen der Übungen sehr ähnlich.

Zoologie

Die letzte Vorlesung dieses Semesters war Zoologie. Bei den kleinsten Lebewesen angefangen kam bis zu den Wirbeltieren alles dran. Dabei wurde natürlich besonderer Wert auf die Tiere gelegt, die für einen Landwirt in irgendeiner Weise von Bedeutung sein können. Die Vorlesung hat mit den Einzellern begonnen (z.B. Sporentierchen, Wimpernträger) und ging danach zu den Vielzellern über (z.B. Nesseltiere, Plattwürmer). Nach den Plattwürmern haben wir die Rund- und Schlauchwürmer, sowie die Ringelwürmer und Gliederfüßler behandelt. Weitere Tierarten waren Krebse, Insekten, Weichtiere und schließlich die Wirbeltiere. Zu jeder Klasse haben wir uns wichtige Vertreter und deren Besonderheiten angeschaut. Dabei wurde vor allem auf die Vertreter eingegangen, die bekannte Krankheiten bei landwirtschaftlichen Nutztieren auslösen (z.B. der Schweine- oder Rinderbandwurm).

Außerdem habe wir drei Praktika gehabt, von denen eines ganz besonders interessant war. Genauere Informationen hierzu findet ihr bei Downloads.